10 Jahre School of facilitating

Anlässlich unseres 10-jährigen Jubliäums haben wir gefeiert und anschließend einen wunderbaren Text dazu von Silvia Passow erhalten, an dem wir Euch gerne teilhaben lassen möchten! 

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. (chinesisches Sprichwort) 

Nein, Renate Franke, Barbara Zuber und ihr Team bauen keine Windmühlen. Sie leben noch nicht einmal in Holland und tragen auch keine unvorteilhaften Holzschuhe. Wobei Letzteres nicht umfassend erforscht und somit nicht bewiesen ist.

Renate, Barbara und ihr Team liefern Material, Werkzeug, Techniken zur Baukunst, auf dass sich jeder seine eigene Mühle bauen kann. Sie lehren darauf zu achten, woher der Wind weht, wie seine Energie nutzbar werden und der Erbauer mit einer Flaute umgehen kann. Vor dem Bau erkunden sie das Gelände: Was braucht es, damit die Mühle auch gut steht? Sie prüfen den Boden, die Landschaft, das Klima.

Die school of facilitating ist kein Architekturbüro und auch keine Schule für angehende Landschaftsplaner. Gelehrt wird hier der Umgang mit Veränderungen, dem Wandel, der Neuerung. Charles Darwin soll einmal erklärt haben, nichts wäre beständiger als der Wandel. Damit lag der Verfasser der Evolutionstheorie sicher richtig. Evolution, auch nur ein weiteres Wort für Veränderung. 

Die Begeisterung, mit der Veränderungen angenommen werden, hat ein breites Spektrum. Denn allzu oft werden Mauern errichtet, um dem Wandel nicht zu begegnen, ihn aufzuhalten. Wer die School of facilitating aufsucht, steht nicht selten schon vor einer Mauer. Oft sind es sogar zwei Mauern. Die Eigene, tief in uns selbst, und eben jene fremd erbauten Steinwände zum Schutz vor Angriffen. Bevor es an den Windmühlenbau gehen kann, muss die Mauer weichen. Nicht einreißen, sondern Stück für Stück abtragen.

Es ist ein weiter Weg zur fertigen Windmühle. Vielfältige Aufgaben löst man am Besten mit vielfältigen Menschen. Und so arbeiten auch Barbara und Renate nicht allein. Zu den Gründungsmitgliedern gehören auch Karin Beutelschmidt und Markus Püttmann. Püttmann ist wie Zuber und Franke Trainer der Schule. Zum Kreis der Trainer zählen auch Stefan Saur und Rudi Scharlach. Ohne die gemeinsame Arbeit im Team würde heute niemand hier Jubiläum feiern, so viel ist sicher.

Seit zehn Jahren geben sie alle erfolgreich Kurse in Sachen 'Mauern gegen Windmühlen tauschen'. Sie blicken auf 21 Ausbildungsgänge zurück. Die Schule ist an drei Standorten vertreten. Neben Berlin gibt es Filialen in Stuttgart und Bern. Sie erfreuen sich an den zwischenmenschlichen Beziehungen, die wie nebenbei entstanden. Sogar Kindersegen ist daraus hervorgegangen! Zehn Jahre School of facilitating - mehr als nur ein guter Grund zum Feiern. 

Viele Teilnehmer, Wegbegleiter und Freunde sahen das genauso und folgten der Einladung zum zehnjährigen Jubiläum. Gefeiert wurde an einem besonders sorgsam gewählten Ort. Das Café K liegt in Berlin, umgeben von Kunst, das Kolbe Museum ist gleich nebenan, Kiefern spenden im Sommer Schatten, Statuen und ein Brunnen im Garten. Heimelige Villa, die Räume mit Kerzenlicht ausgeleuchtet. Jazz liegt in der Luft und auch Wehmut, als Renate in ihrer Begrüßungsrede derer gedenkt, die sie auf ihrer Reise verloren haben. 

Ja, natürlich gibt es in der Schule der Veränderung Reden und Rituale. Zum einen, weil eben nicht alles verändert werden muss, zum anderen, weil wir Menschen Rituale lieben. Was nicht heißt, dass diese Rituale nicht auch ein neues Gewand erhalten können. Natürlich danken Renate und Barbara allen Weggefährten und Begleitern. „Wir freuen uns, dass ihr da seid. Ohne euch gäbe es uns nicht“, fasst Barbara das dann kurz zusammen. Und natürlich folgen dem auch Dankesworte an einzelne Gäste.

Das gute alte Gästebuch erfuhr dafür eine Überarbeitung. Statt eines Buches gab es Thementische mit zu lösenden Aufgaben. Der Clou: Zur Auflockerung keine Sitzkarten mit fester Tischordnung. Das Los entscheidet, wer wo und mit wem sitzt. Zunächst wenigstens. Die kreative Aufgabe wurde nicht weniger kreativ gelöst. 

Es wurde gedichtet in verschiedenen Zungen,
manch Beitrag wurde auch gesungen.

Was noch zu einer gelungenen Feier gehört? Klar, Gutes Essen natürlich. Auf dieses Ritual mag nun wirklich niemand verzichten. Im Anschluss noch ein wenig Hüfte lockern mit DJ Lutz. Tanzen, das ist auch Veränderung. Langsame Melodie, im Wechsel mit schnelleren Takten. Der Rhythmus geht ins Blut oder auch nicht. Schrittfolgen werden beachtet oder einfach nur vor sich hin gesteppt, gewackelt, geschüttelt. Ist uns das Stück bekannt, wiegen wir uns hinein, erinnern uns, singen vielleicht mit? Und wenn uns die Klänge neu und fremd sind? Einfach mal reinhorchen.                  

(Vielen Dank für Text & Fotos an Silvia Passow)